Faun – Luna (2014) – Rezension

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RockmusicRaider Review - Faun - Luna - Album CoverWas bin ich froh! Da hatte ich doch schon befürchtet, dass Faun plötzlich wieder von ihrem neugefundenen guten Weg abkommen, aber zum Glück ist da nichts passiert. Das wäre äusserst schade gewesen, hätten sie jetzt wieder mit ihrem früheren Geheul angefangen. Universal sei Dank! So hat diese neue Kreation Luna von Faun durchaus guten Unterhaltungswert für das Pagan Folk Genre.

Die Produktion ist natürlich ein Spagat zwischen zwei Stilen. Oliver S. Tyr hatte versprochen alle Lieder wieder selber zu komponieren und die alten Einflüsse wieder spielen zu lassen, was mich zuerst mit einem ganz schlechten Gefühl erfüllte. Grund ist, weil dies sehr schwierig ist und einige der Kreationen hier sind in der Tat hart an der Grenze des Akzeptablen.

Was ich am meisten liebe, sind die Kommentare von den alteingefleischten, zugedröhnten und extremistischen Faun-Jüngern, welche immer noch glauben, dass die frühere Art und Weise Musik zu machen von Faun absolut die Beste war. Natürlich, nach einem Kilo Gras oder so würde ich auch so denken. Dann ist mir nämlich alles Wurscht. Solchen psychedelischen Gurk hatten wir schon früher – Pink Floyd & Co sei gegrüsst. Brauchen wir aber nicht mehr. Sonst tanzen wir noch alle im Delirium ums Feuer, mit obligatorischem Filmriss am nächsten Morgen.

OK, zurück zum Album: Zugegeben, die letzte Produktion Von den Elben war gut, aber geplagt von einem etwas übereifrigen und sehr seichtem Santiano Einfluss (oder Ausfluss, je nachdem, wie man das anschaut..). Das hat zum Glück aufgehört mit Luna und es ist etwas mehr Authentizität eingekehrt in diese Musiklandschaft. Die Band scheint auch besser bei der Sache zu sein und scheinen sich besser durchgesetzt zu haben vis-à-vis ihrem Recordlabel.

Der Stil kann jetzt wieder getrost Pagan Folk genannt werden, solide im mittelalterlichen Stil verankert. Oder was man auch immer darunter versteht. Denn mit mittalterlicher Musik hat diese Art Musik wenig oder gar nichts zu tun, vielleicht abgesehen von den Instrumenten. Man müsste mal bei den Irrlichtern vorbeischauen um richtige mittelalterliche Weisen kennenzulernen.

Wie schon gesagt, sind Faun zum Glück nicht mehr dem unaussprechlichen Gedudel anheimgefallen, welchem sie sich vorher oft hingegeben haben. Man höre sich nur solche Schrecken wie Renaissance an. Oh Graus. Oder vielleicht versteh’ ich einfach die Musik nicht. Bin wohl zu dumm. He? HE??

Luna hat aber auch durchaus mehr Gehör erhalten von der Fangemeinde als die vorherigen Werke. Es erschien das erste Mal in den holländischen Charts und hat es doch in den deutschen Charts auf Platz 4 geschafft. Chapeau! Musikalisch sind die Lieder tadellos erstellt, man merkt, dass man es hier mit sehr guten Musikern zu tun hat, welche ihr Handwerk durchaus verstehen.

Natürlich fängt das Ganze mit einer Intro an – Prolog (mehr ein Progrom) nennen die das. Und es ist, wie sehr oft, verlorene Liebesmüh. Die folgenden zwei Tracks – Walpurgisnacht und Buntes Volk sind richtige, gute Ohrwürmer. Die Band hat auch ein Video vom Ersteren produziert. Sehr gut gemacht – voll von schwarzer Magie und sonstigen Clichés. 

Dann kommt ein breites Mittelfeld: Menuett, Die Blaue Stunde, Hekate um ein paar zu nennen. Wobei das Letztere ganz böse am Abgrund des Schreckens entlangschrammt. Zum Abgewöhnen sind Frau Erde oder Cunti Simus. Ein totaler Rückfall in das alte Grauen der Nacht. Aber nun gut, es sind ja fast die Einzigen.

Das Album kommt als viel authentischer herüber als die doch sehr gute, aber etwas gekünstelte Produktion Von den Elben. Man merkt, dass Faun das Zepter ein bisschen besser in die Hand genommen hat diesmal. Aber für mich haben sie noch immer zu viele Sünden in diesem mittleralterlichen Wundertopf. Gut genug um mit einigem Eifer zuzuhören, aber es wird mich sicherlich nicht vom Stuhl reissen.

Faun müssen von ihrem intellektuellen, sehr hohen Ross noch mehr herunterkommen. Oder sonst aufhöhren den Stil Pagan Folk zu nennen und eine ganz andere Zuhörerschaft ansprechen. Das Ganze ist schon besser als vorher und eigentlich ganz gut gemacht, aber noch haben wir sehr viel Verbesserungspontenzial. Deswegen wird das Rating auch nicht besser sein als für das vorhergehende Album.

Ich werde aber auf jeden Fall weiter nach neuen Kreationen von Faun Auschau halten. Fingers crossed, as we say in English!!

*****

Record Rating: 6/10 | Label: Universal / Polydor | Web: Official Site

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